Aufgaben, Verfahren und Organisation - Jahresstatistik 2004 - Vorwort

Copyright © 2012 BVerfG

Öffentlichkeit

Auch mit der Jahresstatistik 2004 veröffentlicht das Bundesverfassungsgericht einen Bericht, der sich mit den Tätigkeiten des Gerichts vornehmlich in quantitativer Hinsicht befasst. Die darin enthaltenen Zahlen geben einen Überblick sowohl über die nun 53-jährige Tätigkeit des Bundesverfassungsgerichts als auch über Details, insbesondere über die im vergangenen Jahr anhängig gewordenen und erledigten Verfahren. Bemerkenswert ist, dass

Diese Jahresstatistik belegt auch einen weiteren Aspekt der Tätigkeit des Bundesverfassungsgerichts. So gibt die Übersicht auf Seite 17 bei Verfassungsbeschwerden die Aufgabenverteilung zwischen den Senaten und Kammern sowie die Anzahl der Stattgaben und Nichtannahmen wieder. Deutlich angestiegen sind im Jahr 2004 Erledigungen durch die Senate auf insgesamt 41 gegenüber 17 jeweils in den Jahren 2000 und 2001 sowie 28 jeweils in den Jahren 2002 und 2003. Auch die stattgebenden Senats- und Kammerentscheidungen haben im Vergleich zu den Jahren zuvor zugenommen. Dieser Anstieg entspricht etwa der prozentualen Zunahme der Entscheidungen insgesamt. Die Zahlen auf den Seiten 38, 46 der Jahresstatistik lassen erkennen, wie viele Nichtannahmeentscheidungen der Kammern mit Gründen versehen wurden. Obgleich das Bundesverfassungsgerichtsgesetz die Möglichkeit vorsieht, ohne Begründung eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung anzunehmen, waren im vergangenen Jahr insgesamt 1.325 dieser Beschlüsse mit Gründen versehen, das sind knapp 35 % aller Nichtannahmebeschlüsse. Gerade die Senatsentscheidungen und die mit Gründen versehenen Kammerbeschlüsse bedeuten zwar für die Richter und Richterinnen des Bundesverfassungsgerichts eine besondere Arbeitsbelastung. Sie sind es aber auch, an denen die Öffentlichkeit, so etwa Politik, Wissenschaft und Medien, aber auch die Beschwerdeführer die Qualität der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts beurteilen und bewerten.

Die vorliegende Jahresstatistik ist eine gute Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass das Bundesverfassungsgericht und seine Mitglieder in den letzten Jahren die Publizierung der Entscheidungen erheblich erweitert haben. Das Spektrum umfasst:

Insgesamt ermöglichen die vorliegende Jahresstatistik 2004 und die zuvor genannten Publikationen von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts eine umfassende Information der Öffentlichkeit über die Tätigkeit des Bundesverfassungsgerichts.

 

Karlsruhe, im Februar 2005

 

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jürgen Papier

Präsident des Bundesverfassungsgerichts